Aus der Vereinsgeschichte des Männergesangverein

                Concordia Gunzenbach 1896 e.V.


1896

Etwa eine Handvoll Männer versammelte sich im März 1896 im Gunzenbacher Gasthaus „Zum grünen Baum“, um einen Gesangverein zu gründen. Gunzenbach zählte zur damaligen Zeit etwa 250 Einwohner. Der Chor gab sich selbst den Namen „Concordia“.

Erster Vorstand des Vereins wurde Johann Bathon. Zu den Gründungsmitgliedern zählten unter anderem Johann Bathon, Georg Adam Bathon, Wilhelm Freund 1, Adm Wissel, Vinzenz Wissel, Peter Rosenbeger, August Bathon, Josef Emge, George Volk, Anton Volk, Heinrich Jung, August Höfler und Konrad Schmitt.

1906

Anläßlich des 10-jährigen Bestehens wurde 1906 die Vereinsfahne angeschafft, die im Rahmen eines Waldfestes in den „Buchen“ geweiht wurde. Patenverein wurde die Sängerlust Hörstein.

In den Jahren nach der Gründung pflegte man hauptsächlich den kirchlichen Gesang, vermutlich zur Ausgestaltung der Kirchweihe im Jahre 1898. Die feierliche Umrahmung des Gottesdienstes war ein Anliegen des damaligen Chorleiters, des Lehrers Huhn.

1914

Zu Beginn des Ersten Weltkrieges mußte der Verein seine Tätigkeit einstellen. Viele aktive Mitglieder kehrten nicht mehr aus dem Krieg zurück.

1923

Erst im Spätsommer 1923 war es soweit, daß die Singstunden wieder aufgenommen werden konnten.

Unter Leitung des Lehrers Franz Geis standen nun 38 Sänger, hauptsächlich junge Leute, im Chor. Unser Pfarrdorf zählte damals ungefähr 350 Einwohner. Fast die Hälfte der Sänger kamen aus den zur Pfarrei gehörenden Ortschaften Hohl und Rothengrund.

Nach anfänglichen Schwierigkeiten ein geeignetes Probelokal zu finden, zog der Chor endgültig in die Gastwirtschaft von Andreas Griebel. Dieser Ort wurde bis 1984 als Proberaum genutzt.

1929

Gründung eines Männerchores im Nachbarort Hohl. Die aus dieser Ortschaft kommenden Sänger der „Concordia“ schlossen sich dort an. Trotz diesem Aderlaß ging es mit unserm Chorgut vorwärts und wir durften uns guter Wertschätzung in der näheren und weiteren Umgebung erfreuen. Der Verein pflegte von Anfang an nicht nur den Chorgesang, sondern auch das gesellige Leben. Ein alljählich dargebotenes Theaterstück kam beim Publikum immer gut an.

Für den Vereinskassier bedeuteten die Einnahmen aus solchen Veranstaltungen eine willkommene Auffüllung des meist recht dürftigen Kassenbestandes. Es war schwer, in den Jahren um 1930, in denen in Deutschland große Arbeitslosigkeit herrschte, einen Verein wirtschaftlich am Leben zu erhalten, zumal unser Gebiet als Notstandsgebiet bekannt war. Viel Idealismus gehörte dazu, in der damaligen Zeit dem Verein den Fortbestand zu sichern.

1933

Unser Verein wurde Mitglied des Maintal-Sängerbundes. Der seit 1923 tätige Chorleiter, Hauptlehrer Franz Geis, trat zurück und Michael Gast aus Hörstein wurde Nachfolger.

1934

Von nun an beteiligte man sich an Wertungssingen, die der Maintal-Sängerbund alljählich veranstaltete. Das brachte Anreiz für die eigene Chorarbeit.

1935

Robert Bock aus Michelbach wurde Nachfolger des bisherigen Dirigenten Gast. Unter seiner Leitung konnte der Verein weitere große Erfolge erzielen. Leider ist Herr Bock nicht mehr aus dem Krieg 1939 – 1945 zurückgekehrt, wodurch seinem erfolgreichen Wirken ein nur allzu schnelles Ende gesetzt wurde.

1937

An Pfingsten wurde das bereits ein Jahr vorher fällige 40-jährige Bestehen der „Concordia“ gefeiert. Trotz schwerer Unwetter erfreute sich das Fest regen Zuspruchs und nahm einen „schönen und ruhigen Verlauf“.

1939

Mit dem Ausbruch des Zweiten Weltkrieges im September 1939 mußten die Singstunden eingestellt werden. Mehr als die Hälfte der Sänger waren eingezogen worden. Die Proben mußten bis zum Mai 1946 ruhen.

1946

Noch waren viele unserer Sänger aus dem Krieg nicht zurückgekehrt – ein großer Teil kam nicht mehr – da begann sich das Vereinsleben neu zu regen. Da unser damaliger 1. Vorstand Ludwig Rosenberger noch Kriegsgefangener war, übernahm bis zu seiner Rückkehr Adolf Hofmann I die Leitung des Vereins. Unter dem Chorleiter Michael Gast gingen 50 Sänge ans Werk und konnten die vor dem Krieg begonnene Arbeit fortsetzen.

1952

Mit dem seit 1951 bei uns als Chorleiter tätigen Erich Peter Stein wurde beim Wertungssingen in Michelbach im Jahr 1952 mit dem Plichtstück und auch mit dem selbstgewählten Chor eine sehr gute Benotung erzielt. Herr Stein konnte die Qualität unseres Chorgesanges in den folgenden Jahren entscheidend verbessern.

1958

Mit großem Erfolg sang unser Chor beim Bundessängerfest in Lohr am Main. Bei diesem Konzert konnten die Zuhörer die Uraufführung des Chorwerkes „Die Tageszeitung“ im Beisein des Komponisten, Friedrich Zipp, erleben. Nach mehr als 10-jährigem, sehr erfolgreichen Wirken, verließ uns Herr Stein aus beruflichen Gründen.

1962

Steins Nachfolger wurde 1962 Karl Benzing. Zu dieser Zeit zählte der Chor 40 aktive Mitglieder, witere 38 Mitglieder waren Gönner des Vereines. Die Öffentlichkeitsarbeit wurde intensiviert. Die nachbarlichen und freundschaftlichen Beziehungen zu den Gesangvereinen in der näheren und weiteren Umgebung konnten weiter vertieft werden.

1963 – 1968

An einem vom Gesangverein „Einigkeit Frankfurt-Bornheim“ 1963 veranstalteten Pokalsingen , beteiligten sich unsere Sänger sehr erfolgreich. Neben dem vom Maintal-Sängerbund im Jahre 1965 veranstalteten Wertungssingen nahmen wir auch in Neuses an einem Wettbewerb teil. Mit dem Chor „Musik“ von Otto Siegel und „Im Dorf da geht die Glocke schon“ von Bernhard Weber konnten wir eine Erfolgsserie beginnen, die bis jetzt fortdauert.

1969

Erstmals im Jahre 1969 gingen die Gunzenbacher Sänger zum Wettstreit. In Garbenteich bei Gießen an der Lahn errangen sie beim Klassensingen den zweiten Preis, beim Höchsten Ehrensingen den ersten Preis und außerdem noch den zweiten Dirigentenpreis. Am Ortseingang von Gunzenbach wurden die Sänger und ihr Anhang bei der Rückkehr aus Garbenteich von der Ortsbevölkerung unter Mitwirkung aller Ortsvereine, voran die Blaskapelle des Musikvereins, sehr herzlich empfangen. Wollte man alle, die ab diesem Zeitpunkt besuchten Liederabende, Wettstreite, Wertungs- und Pokalsingen im einzelnen eingeben, würde dies den Rahmen dieser Chronik sprengen. Es sei deshalb auf die gesonderte Aufstellung der Wetstreite und Pokalwerungssingen im Anschluß an diese Chronik verwiesen.

1970

Angespornt von den Erfolgen des Jahres 1969 stellte sich der Chor im Juni 1970 bei Wertungssingen in Neuses und in Omersbach den Wertungsrichtern mit vorzüglichen Leistungen. Beim Wertungssingen des Maintal-Sängerbundes im März 1970 in Hörstein ersangen wir uns ein hervorragendes Gesamtprädikat.

1971

Zum ersten  Mal seit seinem Bestehen, wurde unser Verein, aufgrund der im Jahr zuvor erzielten hervorragenden Ergebnisse beim Wertungssingen, zum Bundeschorkonzert des Maintal-Sängerbundes in Alzenau geladen. Dort wurden die russischen Folklorelieder „Fahrt zu der Liebsten“, „Die Kosakenhochzeit“, „Jascha spielt auf“ sowie „Nanuschka“ zu Gehör gebracht, die vom Publikum begeistert gefeiert wurden. Auf dem späteren Nachhauseweg konnte man deshalb wohl mit Stolz annehmen, an diesem Abend einer der besten Chöre des Maintal-Sängerbundes gewesen zu sein.

Vom 21. Mai bis 24. Mai 1971 feierte unser Verein sein 75jähriges Gründungsfest. Drei Tage lang war Gunzenbach eine Hochburg des Chorgesanges. Den Anfang bildete ein Tanzabend am Freitag. Am Samstag folgte ein Freundschaftssingen und am Sonntagmorgen trafen sich 16 Vereine zum Prädikatwertungssingen, was den Höhepunkt der Festtage bildete. Die anwesenden Vereine boten ausgezeichnete Vorträge und wurden vom Wertungsrichter Dr. Leuchte aus Aschaffenburg, entsprechend bewertet. Den Festausklang bildete ein fröhliches Beisammensein der Sänger in ausgelassener Atmosphäre am Montagabend.

Aber damit noch nicht genug. Im November konnten wir mit einem Jubiläumskonzert einen weiteren Höhepunkt setzen. Das Konzert wurde von unseren Sängern gemeinsam mit dem Vocalensemble Bernbach unter der Leitung von Musikdirektor Willy Trageser gestaltet.

1972 – 1995

In diesen Jahren wurden zahlreiche Wettstreite und Wertungssingen mit großen Erfolgen besucht . Jedoch wäre es zu viel diese einzeln zu erwähnen .

1996

In diesem Jahr feierte die Concordia ihr 100 jähriges Jubiläumsfest und richtete in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Rundfunk die „Fränkischen Chortage“ aus . An drei Veranstaltungstagen wirkten 67 befreundete Chöre aus Unterfranken und weiten Teilen Hessens mit . Zu diesem Anlaß produzierte der Bayrische Rundfunk Studio Franken eine CD mit den Gunzenbacher Sängern, die zusätzlich in diesem Jahr auf  eine 35 jährige Erfolgreiche Zusammenarbeit mit ihrem Chorleiter Karl Benzing zurückblicken kann

Aus Anlaß des hundertjährigen Bestehens wurde der Concordia die „Zelter-Plakette“ aus der Hand des Bayrischen Staatsministers für Unterricht und Kultus, Hans Zehetmayer verliehen.

1997 -  2003

Die Concordia besuchte auch weiterhin zahlreiche Veranstaltungen und stellt sich nach wie vor auf Wettbewerben dem Vergleich mit anderen Chören .

Im Jahre 1999 wurde in Zusammenarbeit mit dem Musikverein Gunzenbach der Bau eines Gemeinsammen Vereinsheimes begonnen . Im Frühjahr 2001 ist das „Haus der Musik“ bezugsfertig geworden und die Proben in den neuen Räumen wurden aufgenommen.


2004

Karl Benzing übergibt nach 42 Jahren (einem Marathon) den Taktstock an den 27 Jährigen Karsten Schwind, der die erfolgreiche Chorarbeit weiterführt. 


2006

Am 08. März 2006 wird ein Frauenchor ins Leben gerufen. Bei der ersten Probe finden sich 36 Frauen ein, die unter der Leitung von Christine Wilk viel Spaß beim Singen haben. Ab jetzt finden sich jeden Mittwoch die Frauen zusammen um gemeinsam unter "Dolce Concordia" zu singen. Der Chor bereichert das Vereinsleben und setzt neue Akzente.


Männerchor
 
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          Zelterplakette




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